Auswirkungen steigender Speicherpreise: Retroid stoppt Produktion des 'Pocket G2' und erhöht Preise bestehender Modelle
Am 17. März 2026 gab Retroid über seine offiziellen sozialen Medien bekannt, dass die Produktion des 'Retroid Pocket G2' vorübergehend eingestellt wird. Als Hintergrund für diese Entscheidung werden die starken Schwankungen und der weltweite Anstieg der Speicherpreise genannt. Der durch die steigende Nachfrage nach KI-Rechenzentren ausgelöste RAM-Mangel stellt für Hersteller von Retro-Spielkonsolen im Niedrigpreissegment eine ernsthafte Herausforderung dar.
Die gestiegenen Herstellungskosten wirken sich direkt auf die Preisgestaltung bestehender Modelle aus. Retroid kündigte am selben Tag eine Preisanpassung für das vertikale Modell 'Retroid Pocket Classic' an, das ab dem 20. März von bisher 129 US-Dollar auf 149 US-Dollar angehoben wurde. Bereits Anfang März hatte das Unternehmen die Produktion des 12-GB-Modells des 'Retroid Pocket 6' eingestellt, da die Kosten nicht mehr zu decken waren, und den Preis des 8-GB-Modells um 15 US-Dollar auf 244 US-Dollar erhöht.
Das aktuelle Modell 'Retroid Pocket 5' ist von dieser Preisanpassung jedoch nicht betroffen und bleibt weiterhin für 199 US-Dollar erhältlich. In der Community wächst die Sorge, dass die Grundannahme, leistungsstarke Geräte zu erschwinglichen Preisen von chinesischen Herstellern zu erhalten, ins Wanken gerät. Die weitere Preisentwicklung auf dem Gesamtmarkt wird daher aufmerksam beobachtet.
Anbernic-Android-Gerät geleakt: 'Dreh-Mechanismus' erinnert an das Motorola FlipOut
Während die Hardwarepreise für Diskussionen sorgen, sind Gerüchte über ein ungewöhnliches neues Modell von Anbernic aufgetaucht. Um den 16. März herum veröffentlichte der Nutzer Qink001 in der großen internationalen Community Reddit (r/SBCGaming) ein Video, das ein bisher unbenanntes neues Modell von Anbernic zeigen soll.
Das Hauptmerkmal des Geräts ist ein spezieller Mechanismus, bei dem ein nahezu quadratischer Touchscreen um 90 Grad gedreht (geschwenkt) werden kann, wodurch darunter ein D-Pad und ABXY-Tasten zum Vorschein kommen. Dieses Design erinnert stark an Mobiltelefone der 2010er Jahre wie das 'Motorola FlipOut' oder das 'Nokia 7705 Twist' aus dem Jahr 2009. Im Video ist zu sehen, wie das Gerät mit Android läuft, erkennbar an den Chrome-Browser-Symbolen, und auf der Rückseite ist das Anbernic-Logo eingraviert.
Anbernic hatte bereits vor über einem Monat das 'RG Vita' mit einem 5,46-Zoll-720p-Bildschirm und Android 12 sowie das 'RG Vita Pro' mit einem 5,5-Zoll-1080p-Bildschirm und Dual-OS (Android 14/Linux) angekündigt, die jedoch noch nicht offiziell erschienen sind. Ob es sich bei dem geleakten Gerät nur um ein Konzeptmodell (Prototyp) oder ein tatsächlich geplantes Produkt handelt, ist derzeit noch unbestätigt. Die Community diskutiert jedoch bereits lebhaft über den nostalgischen Formfaktor und dessen praktischen Nutzen.
Nintendos massenhafte DMCA-Anträge gegen Switch-Emulatoren und der Widerstand einiger Entwicklerteams
Parallel zu den Entwicklungen auf dem Hardwaremarkt herrscht im Softwarebereich weiterhin eine rechtliche Anspannung rund um Emulatoren. Nachdem die Entwicklung von 'Yuzu' und 'Ryujinx' im Jahr 2024 eingestellt werden musste, entstanden auf GitHub zahlreiche Fork-Emulatoren. Nintendo hat nun jedoch großflächige Löschanträge auf Basis des DMCA (Digital Millennium Copyright Act) gegen diese Projekte eingereicht.
Betroffen sind unter anderem 'Citron', 'Kenji-NX', 'MeloNX', 'Sudachi' und 'Suyu'. Während viele Repositories den Forderungen nachkamen und die Veröffentlichung einstellten, zeigt sich das Entwicklerteam von 'Eden', einem Fork von 'Yuzu', unnachgiebig. Die Entwickler von Eden veröffentlichten Mitte bis Ende Februar, nur wenige Tage nach Erhalt der Löschaufforderung, den neuesten Build 'v0.2.0' auf GitHub und signalisierten damit ihren Widerstand.
Da die Veröffentlichung der nächsten Konsole, der Switch 2, näher rückt, wird Nintendos Vorgehen, die Grundlage für bestehende Emulator-Entwicklungen zu zerstören, von einigen als Versuch gewertet, die Entwicklung von Emulatoren für die nächste Generation zu verzögern. Der endlose Konflikt zwischen den auf striktem Schutz ihrer Rechte beharrenden Herstellern und dem Widerstand der Open-Source-Community dürfte auch in Zukunft in veränderter Form fortbestehen.